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Presse


Leistung zeigen ist angesagt - Wie Jugendliche den passenden Weg ins Berufsleben finden

Interview mit Thomas Wüllner (Niederlassungsleiter bei von Rundstedt HR Partners in Hamburg) von Andrea Pawlik

ABENDBLATT: Wie gut sind junge Leute auf die Berufsentscheidung vorbereitet, wenn sie aus der Schule kommen?

THOMAS WÜLLNER: Es liegt in der Natur der Sache, dass junge Leute nicht mit Gewissheit sagen können, was sie beruflich genau machen möchten. Wir haben festgestellt, dass jeder im Laufe seines Lebens zehn bis 15 berufsrelevante Entscheidungen trifft. Das sind echte Weichenstellungen, bei denen es wichtig ist, die richtige Abzweigung zu nehmen - und für junge Leute ist dies eben die erste. An diesen Abzweigungen kommt es darauf an, sich seiner Stärken und Begabungen bewusst zu sein. Dabei helfen unsere Berater im Spark Institute.

ABENDBLATT: Sind Jugendliche selbst so karrierebewusst, Beratung zu suchen, oder die Eltern?

WÜLLNER: Das ist manchmal schwer herauszufinden. Aber ich glaube, es ist wieder angesagt, Leistung zu zeigen und erfolgreich zu sein. Es macht Spaß, Dinge zu bewegen. Und der Wille dazu ist bei vielen Jugendlichen einfach da - egal, von wem der Anstoß zur Beratung kam.

ABENDBLATT: Jugendliche erwecken oft den Eindruck, sie gehen eher ungezielt an ihre Zukunftsplanung heran. Ist das so?

WÜLLNER: Das erleben wir oft. Dabei ist das Leben doch zu kostbar, um es einfach mal zu beginnen und zu schauen, was daraus wird. Auch Jugendliche sollten sich schon darüber klar sein, wofür sie ihre Zeit und Energie investieren. Schon in diesem frühen Stadium kann man durch Unterstützung gezielte Entscheidungen herbeiführen und so das Herumstochern mit der Stange im Nebel vermeiden.

ABENDBLATT: Besteht nicht die Gefahr, Jugendliche zu überfordern, wenn man sie schon so früh aufs Karrieregleis setzt?

WÜLLNER: Karriere wird häufig im hierarchischen Sinne verstanden. Aber Karriere hat auch etwas damit zu tun, herauszufinden, worin man gut ist und was einem Spaß macht. Dann stellt sich beruflicher Erfolg - wie immer der einzelne den definieren mag - von alleine ein. Wir ermutigen junge Leute, ihre Lebensidee zu verfolgen und umzusetzen.

ABENDBLATT: Wie kann ein junger Mensch für sich erkennen, welches für ihn der richtige Weg ist?

WÜLLNER: Eine Möglichkeit ist zu überlegen, was einem in der Schule dauerhaft Freude macht - Fächer oder Fächerkombinationen. Das können auch Freizeitaktivitäten sein, Dinge, die man macht, wenn man keinen Zeitdruck hat. Was würde ich tun, wenn ich einen Tag geschenkt bekäme? Die Antwort ist häufig ein Indikator, wohin jemand tendiert. Diese Spur würde ich aufnehmen und versuchen, mir möglichst viel Information darüber zu beschaffen. Welche beruflichen Tätigkeiten tragen solche Merkmale, was gibt es da für Berufsbilder, wer ist vielleicht in diesem Berufsfeld schon tätig?

ABENDBLATT: Ein weniger guter Abschluss muss nicht heißen, dass man auf der Strecke bleibt?

WÜLLNER: Wenn man bei den ersten Bewerbungen schon erfolgreich ist, kommt es vielleicht nicht dazu, dass man genauer überlegt, wohin die Reise gehen soll. Man wächst vor allem durch Dinge, die nicht so glücklich laufen. Und wenn jemand überzeugend mit seinen Stärken auftritt und mobil ist, wird er letztendlich auch erfolgreich sein. Es muss ja nicht gleich der Traumjob sein. Wichtig ist erst mal, reinzukommen, Erfahrungen zu sammeln. Dass man heutzutage in seinem Leben vier bis fünf Berufe ausübt, ist ja per se nichts Schlimmes. Viele Menschen - das wird die demografische Entwicklung zeigen - werden in Zukunft in ganz unterschiedlichen Branchen gebraucht, davon bin ich felsenfest überzeugt.

Aus dem Hamburger Abendblatt vom 4. November 2006
 
   
     
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