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Begleitet den richtigen Weg finden
Das Spark Institute bietet Beratungen vor dem Jobeinstieg und vor dem Ausbildungsbeginn
Von Kirsten Schiekiera
In der sechsten Sitzung geht es um lebensnahe Fragen. Markus Rometsch steht vor dem zweiten Vorstellungsgespräch bei der Weiterbildungsakademie eines großen Unternehmens. Dort würde, wie er glaubt, ein Betätigungsfeld auf ihn warten, mit dem er "sehr glücklich" wäre. Eine Professorin, mit der Markus Rometsch häufig beruflich zu tun hat, kennt auch die Personalchefin des Unternehmens. Soll er die Frau schon vor dem Gespräch von der Professorin grüßen lassen? "Das ist zu dick aufgetragen", sagt der Diplom-Psychologe Konstantin Veidt, der Rometsch als Coach zur Seite steht.
Praxisnahe Beratung
Rometsch nimmt an einer Jobeinstiegsberatung des Spark Institutes teil. Während üblicherweise der Coach seinen Klienten zum Nachdenken über die eigene berufliche Situation und zur Selbsthilfe anleitet, ist das Angebot des Spark Institutes stark beratend und praxisnah angelegt. In den ersten Sitzungen wird mit Hilfe von Einzelgesprächen und einem psychologischen Test namens Core Analyse herausgefunden, wo Stärken und Schwächen liegen, welche Berufsbilder dem Klienten liegen könnten und auf welchem Weg Karriereziele erreicht werden können. Auch die Ausarbeitung der Bewerbungsunterlagen, konkrete Studien- oder Handlungsempfehlung und die Nutzung eines Kontaktpools gehören zum Programm.
Rometsch war in den letzten Jahren als wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig. Nach seiner Promotion möchte der Betriebswirt Erfahrungen fernab des Universitätslebens sammeln. "Mein Ziel ist es, langfristig an einer Schnittstelle zwischen Praxis und Wissenschaft zu arbeiten", sagt er. Die Core Analyse ergab bei dem 33-Jährigen, dass für ihn in den nächsten Jahren verschiedene Berufsziele in Frage kämen: der Einstieg bei einer Unternehmensberatung mit starker wissenschaftlicher Ausrichtung, eine Professur bei einer Fachhochschule oder das Mitwirken im Weiterbildungsbereich. Bei Bewerbungen könnten, so fürchtet Rometsch, sein relativ hohes Alter und seine mangelnde Führungserfahrung negativ ausgelegt werden. "In solchen Fällen ist Angriff die beste Verteidigung", sagt Veidt. "Man sollte gleich zu Beginn betonen, dass man promoviert hat, um sich alle Möglichkeiten offen zu halten."
Bewerbung um Praktika
Abiturientin Nora Hoffmeister nimmt an einer Ausbildungsberatung teil. Sie hat noch keine genaue Vorstellung, wie ihr späteres Berufsleben aussehen soll. Die Core Analyse ergab, dass sie ein breit gefächertes Interessenspektrum hat. "Bis jetzt kam heraus, dass für mich die Bereiche Event- oder Hotelmanagement, Psychologie oder Personalwesen interessant sein könnten", sagt die 20-Jährige. Im Moment bewirbt sie sich für Praktika in den genannten Bereichen um weitere Einblicke zu bekommen. "Es geht in dieser Phase noch nicht darum, den einzigen glücklich machenden Beruf herauszufiltern", erklärt Veidt. "Frau Hoffmeister muss für sich erst die Fragen klären: Welches Studium reizt mich? Welche Möglichkeiten halte ich mir mit dem Studium offen?" Parallel zu den Beratungsgesprächen macht sie ihre "Hausaufgaben". So hat sie persönliche Erfolgserlebnisse - wie die Vorbereitung ihres Abiturienten-Balls - und dabei analysiert, welche ihrer Charaktereigenschaften sie in schwierigen Situationen weitergebracht haben.
Der Sinn dieser Übungen ist es, die eigenen Möglichkeiten und Karrierechancen realistisch einzuschätzen. "Es gibt Studiengänge, wie das Medizinstudium, die eine Menge Selbstdisziplin und Frustrationstoleranz erfordern", sagt Veidt. "Nach dem Studium wartet auf den Absolventen ein attraktiver Beruf, das Studium selbst ist dagegen anstrengend. Wer kein hohes Maß an Disziplin und Durchhaltevermögen aufbringt, sollte sich lieber nicht dafür entscheiden." Und: "Analysieren Sie bei Stelleninseraten, von denen Sie sich spontan angesprochen fühlen, die Anforderungsprofile." Auch so könnten sich Ideen für Studien- und Ausbildungsmöglichkeit ergeben.
Aus der Berliner Morgenpost vom 16. September 2007
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